Fragen Sie in Ihrer Verwaltung einmal, wie viele Arbeitsschritte eine Handwerkerrechnung durchläuft. Die Antworten liegen erfahrungsgemäß zwischen vier und acht. Tatsächlich sind es dreizehn, wenn man ehrlich zählt, und einige davon sieht niemand, weil sie zwischen zwei Schreibtischen stattfinden.

Das ist kein Vorwurf. Prozesse, die über Jahre gewachsen sind, werden von den Beteiligten immer nur ausschnittweise gesehen. Der Sachbearbeiter kennt seinen Teil, die Buchhaltung ihren, und dazwischen liegt Hauspost.

Dieser Artikel legt den kompletten Weg offen. Er beschreibt ihn so, wie er in einer digitalisierten Verwaltung aussieht, nennt aber bei jeder Station auch, was in der Papiervariante an derselben Stelle passiert.

Die Hauptstrecke

Vom Eingang bis zur Buchung

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    Eingang

    Post, E-Mail-Postfach, Lieferantenportal oder direkt als E-Rechnung. Der erste Bruch entsteht hier: Wenn drei Kanäle nebeneinander existieren und nur einer erfasst wird, ist der Rest unsichtbar.

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    Trennen und Sortieren

    Ein Stapel Post wird zu einzelnen Dokumenten. Klingt trivial, ist es nicht: Ein Trennfehler führt dazu, dass die Rechnung von Seite drei nie erfasst wird. Ein digitaler Trennstempel löst das ohne Nachsortieren.

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    Ablage

    Das Dokument landet im Archiv. Manuell durch die Poststelle, automatisch aus dem Scanner, oder vollautomatisch bei wiederkehrenden Belegen, die über ein Aktenzeichen erkannt werden.

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    Automatische Indexierung

    Objekt, Kreditor und Bankverbindung werden aus den Stammdaten ergänzt, meist über die IBAN. Der Archivierungsstempel wird gesetzt. Was nicht auflösbar ist, erzeugt eine Aufgabe zur Nachbesserung.

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    Belegprüfung

    Regelbasierte Prüfung von Beträgen, Steuersatz, Datum und Bankverbindung. Gefundene Fehler stehen als Liste am Beleg und als Stempel auf dem Dokument, bevor ein Mensch ihn überhaupt sieht.

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    Dublettenprüfung

    Gleiche Rechnungsnummer beim gleichen Kreditor? Dann entsteht eine Aufgabe zur Klärung. Das ist die Station, an der Doppelzahlungen sterben.

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    Zuweisung

    Die Rechnung geht über den Objektbezug automatisch an den zuständigen Sachbearbeiter. In der Papierwelt ist das die Hauspost, und sie kostet zwischen einem und drei Tagen.

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    Sachliche Prüfung

    Wurde die Leistung erbracht, war sie beauftragt, ist der Preis richtig? Diese Entscheidung kann keine Software abnehmen, und sie sollte es auch nicht.

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    Kontierung

    Der zentrale Erfassungsschritt: einfache Buchung oder Split über mehrere Konten, Zahlmodus, Skonto, §35a-Kennzeichnung, gegebenenfalls Weiterbelastung an ein Miet- oder Eigentumsverhältnis.

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    Prüfung Buchhaltung

    Sachliche und rechnerische Gegenprüfung durch die Buchhaltung. Ob dieser Schritt stattfindet, hängt bei uns von Schwellenwerten ab, nicht vom Zufall.

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    4-Augen-Freigabe

    Ab einem definierten Betrag oder bei bestimmten Kostenarten kommt eine zweite Freigabe dazu, oft durch die Geschäftsführung.

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    Übergabe ans ERP

    Buchungssatz und Beleg-PDF gehen an die Buchhaltungssoftware. Ab hier führt das ERP die Buchhaltung und das DMS das Dokument.

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    Archivierung

    Der Beleg bleibt revisionssicher liegen, mit Aufbewahrungsfrist, Versionsstand und vollständigem Verlauf.

Die Nebenwege

Keine Verwaltung kommt mit der Hauptstrecke allein aus. Die folgenden Wege betreffen jeweils nur einen Teil der Belege, verursachen aber einen überproportionalen Anteil der Nacharbeit, weil sie in vielen Häusern gar nicht definiert sind.

Was nicht jede Rechnung durchläuft

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    Datenkorrektur Nebenweg

    Der Rückkanal von der Buchhaltung zum Sachbearbeiter. Ohne ihn wandert der Beleg per Zuruf zurück, und niemand weiß später, warum eine Rechnung drei Wochen liegen blieb.

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    Indexdaten korrigieren Nebenweg

    Wenn die automatische Zuordnung scheitert, etwa weil die IBAN am Kreditor fehlt. Eine eigene Aufgabe statt einer stillschweigend leeren Zeile.

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    Wiedervorlage Nebenweg

    Bewusst zurückgestellt, weil eine Klärung mit dem Handwerker läuft. Mit Datum, sodass die Rechnung von selbst wieder auftaucht.

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    Ablehnung Nebenweg

    Buchhaltung oder Geschäftsführung lehnen ab. Der Beleg geht zurück an die Sachbearbeitung, mit Begründung am Dokument.

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    Mahnung Nebenweg

    Eine Mahnung ist keine Rechnung und braucht einen eigenen Weg. Wer sie wie eine Rechnung behandelt, erzeugt Dubletten und zahlt im Zweifel zweimal.

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    Archivierung ohne Überweisung Nebenweg

    Lastschriften und Direktzahlungen müssen dokumentiert, aber nicht angewiesen werden. Ein eigener Zahlmodus verhindert, dass sie versehentlich im Zahllauf landen.

Der Status macht den Prozess sichtbar

Der eigentliche Gewinn entsteht nicht dadurch, dass die Schritte digital sind. Er entsteht dadurch, dass jederzeit sichtbar ist, wo eine Rechnung steht. Bei uns trägt jeder Beleg einen Status, und die Aufgabenlisten filtern genau danach.

StatusBedeutung
In Kontierungwartet auf die Erfassung durch die Sachbearbeitung
In Dublettenprüfungmöglicher Doppelbeleg wird geklärt
Prüfung durch Buchhaltungsachliche Prüfung läuft
Prüfung durch Geschäftsführung4-Augen-Freigabe läuft
Auf Wiedervorlagebewusst zurückgestellt
Abgelehntzurück an die Sachbearbeitung, mit Begründung
Vorbereitung ExportÜbergabe ans ERP läuft
Exportiertfertig, die Rechnung ist im ERP
Archiviert ohne Exportbewusst nur archiviert, etwa bei Lastschrift
Export fehlgeschlagenÜbergabe gescheitert, Nacharbeit nötig
Aufgabenliste Rechnungen in Bearbeitung mit Statusspalte
Platzhalter Aufgabenliste der Buchhaltung, gefiltert nach Status. Wer hier nichts sieht, hat nichts offen.

Das klingt nach Verwaltung der Verwaltung. In der Praxis ist es der Punkt, an dem eine Geschäftsführung zum ersten Mal beantworten kann, warum der Zahllauf am Monatsende immer knapp wird.

Infodialog eines Belegs mit Status und Zeitstempeln
Platzhalter Der Verlauf am einzelnen Beleg: wer wann was entschieden hat.

Wo die Zeit tatsächlich verloren geht

Wenn wir Prozesse aufnehmen, liegt der größte Zeitverlust fast nie dort, wo ihn die Beteiligten vermuten. Erwartet wird die Erfassung. Tatsächlich sind es die Übergaben.

Zwischen Eingang und Zuweisung vergehen in Papierhäusern regelmäßig zwei bis vier Tage, ohne dass jemand daran arbeitet. Die Rechnung liegt. Das ist reine Liegezeit, und sie ist der Grund, warum Skonto so selten gezogen wird.

Zwischen Sachbearbeiter und Buchhaltung entsteht die zweite Wartezeit, meist gebündelt, weil Belege gesammelt weitergegeben werden. Ein Stapel von zwanzig Rechnungen bedeutet für die zwanzigste eine Woche Verzögerung.

Der Rückkanal ist der teuerste Einzelposten und der unsichtbarste. Eine Rechnung, bei der die Buchhaltung eine Rückfrage hat, verlässt in vielen Häusern den definierten Prozess vollständig. Sie wird zur E-Mail, dann zum Zuruf, dann zum Zettel.

Was die Dublettenprüfung wirklich verhindert

Ein Beispiel, weil es die Station ist, die am häufigsten unterschätzt wird.

Ein Handwerker schickt seine Rechnung per E-Mail. Die Zahlung dauert ihm zu lange, also schickt er sie zwei Wochen später noch einmal per Post. Beide Exemplare werden erfasst, beide durchlaufen den Prozess, beide werden bezahlt. Auffallen wird das, wenn überhaupt, bei der Jahresabrechnung, und dann ist die Rückforderung ein unangenehmes Gespräch.

Die Prüfung selbst ist simpel: gleiche Rechnungsnummer beim gleichen Kreditor, und schon entsteht eine Aufgabe. Der Aufwand liegt bei Sekunden, weil ein Mensch nur bestätigen muss, was das System vermutet.

Aufgabe Dublette prüfen mit Gegenüberstellung beider Belege
Platzhalter Beide Belege nebeneinander. In den meisten Fällen ist die Entscheidung in fünf Sekunden getroffen.

Kurz gefasst

  • Der Rechnungsweg hat dreizehn Stationen auf der Hauptstrecke und mindestens sechs Nebenwege.
  • Die größten Zeitverluste entstehen bei den Übergaben, nicht bei der Erfassung.
  • Der Rückkanal von der Buchhaltung zurück zur Sachbearbeitung ist der am häufigsten vergessene Schritt.
  • Ein Status je Beleg macht aus einem Prozess eine steuerbare Größe.
  • Mahnungen, Lastschriften und Wiedervorlagen brauchen eigene Wege, sonst erzeugen sie Dubletten.

Wie Sie diesen Artikel benutzen können

Nehmen Sie sich die Stationsliste und gehen Sie sie mit Ihrer Buchhaltung durch. Für jede Station eine Frage: Wer macht das bei uns, und wie lange liegt der Beleg dort im Schnitt?

Erfahrungsgemäß tauchen dabei zwei bis drei Stationen auf, die in Ihrem Haus niemand verantwortet. Das sind die Stellen, an denen Belege verschwinden. Und es sind die Stellen, an denen eine Digitalisierung am schnellsten etwas bringt, unabhängig davon, welches System Sie am Ende einsetzen.

Wie diese Stationen als fertige Workflows aussehen, zeigen unsere Lösungsseiten zum Rechnungseingang und zum Posteingang — dort steht auch, welche ERP-Systeme wir für die Übergabe anbinden.

Wenn Sie mögen, machen wir das gemeinsam. Ein Erstgespräch dauert bei uns knapp eine Stunde, und Sie brauchen dafür nichts vorzubereiten außer der Bereitschaft, ehrlich zu erzählen, wo es hakt.